Edel, edel - ein Corrado in fürstlicher Umgebung. Allerdings muss dieser britische VR6 noch ein Klitzebisschen auf den H-Ritterschlag warten.     Foto: Rich Becks


Volkswagen und Sportwagen – das passte jahrzehntelang zusammen wie Rock ‚n‘ Roll und Ziehharmonika. Auch wenn Volkswagen den Karmann-Ghia bisweilen als „Sportwagen“ beworben hat, ernst genommen hat das kaum jemand. Die Liebelei mit Porsche, die im 914er/916er gipfelte, hatte zwar schon Hand und Fuß, aber keinen Erfolg.
Als VW 1974 die Wolfsburger Fahrzeugpalette mit dem Golf revolutionierte, stellte man ihm den Scirocco gleich zur Seite, mit 15 PS mehr als der damalige Top-Golf. Doch 1975 kam der Golf GTi und erst 1976 der Scirocco Gti mit 110 PS. 1981 gab es ein neues Blechkleid für das Coupé, 1983 für den Golf 2, den es wiederum ab 1984 als GTi mit 112 PS und ab 1986 mit 139 PS (und auf Wunsch vier Türen) gab. Auch in der zweiten Serie brachte es der Volksrenner leistungstechnisch nicht weiter als die kompakte Familienkutsche. Das änderte sich erst...

...mit dem Corrado, der den in zweiter Generation etwas pummelig geratenen Scirocco ablöste. Zum Modelljahr 1988 schickte Volkswagen den Corrado G60 mit 160 PS aus 1,8 l in einer gefälligen, von Karman gebauten Karosserie in den Ring. Damit kommen die ersten Exemplare im Herbst in den Genuss des Oldtimer- oder H-Kennzeichens. Wem der G-Lader zu heikel ist, der muss noch drei Jahre warten: dann dürfen auch die robusten 2-Liter-16v, bekannt vom Passat B3/B4 und die heißen VR6 Aggregate unter historischer Flagge auf die Straße.

Stilfrage: Ist er nun von hinten oder von vorne schöner? Ein 88-er G60 mit Allerweltsalufelgen aus dem Zubehör.   Foto: Marcus Benthaus


Die erste und größte Hürde für den, der die Fahrzeugsuche noch vor sich hat, ist, ein unverbasteltes Exemplar zu finden. Wenn dann die Corrado-spezifischen Karosserieteile in Ordnung sind und das an sich gut versiegelte Blech nicht durch amateurhafte Aufbockversuche oder Unfallschäden vermurkst ist, kann man ruhigen Herzens zuschlagen. Die Technik stammt fast ausnahmslos aus dem VW-Baukasten und ist hunderttausendfach erprobt. Einzig der G-Lader ist empfindlich und möchte sorgsam behandelt werden. Länger warten sollte man nicht: die Classic-Data-Preistendenz zeigt bereits jetzt steil nach oben.

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