Luxus-Nordlicht - ein P 100 in Trittau

Nordlichter unter sich: Walter Blöcker und sein Borgward P 100.
Foto: oldtimerreporter.Behrens


„Der hat Luftfederung“, sagt Walter Blöcker, „die hat Mercedes später nachgebaut.“ Blöckers Borgward P 100 aus dem Jahr 1961 ist eines der letzten Exemplare, die im Werk des Bremer Autofabrikanten vor der Eröffnung des Anschlusskonkursverfahrens vom Band liefen. 1962 wurden unter der Regie des Konkursverwalters noch 38 Fahrzeuge gefertigt.
Der Trittauer hat seinen P 100 im Jahr 2003 in Wildeshausen bei Bremen gekauft und vermutet, dass das Fahrzeug früher bei der Bremer Polizei im Einsatz gewesen sein könnte: „Er hat eine Intervallhupe, was sehr ungewöhnlich ist. Außerdem sind wir bei der Restauration auf weißen Lack am Kotflügel gestoßen.“ Die Daten sind...

...in jedem Fall beeindruckend für ein Fahrzeug der frühen sechziger Jahre: 100 PS, 6 Zylinder, 2,3 Liter Hubraum, 160 km/h Spitze. „Am gemütlichsten fährt es sich bei 70 bis 80 Stundenkilometern“, sagt Blöcker, „da braucht er dann 12 bis 13 Liter.“ Eine Zahl, die Borgward seinerzeit als Durchschnittsverbrauch angab.
Beim P 100 dürfte es sich um eine der seltensten deutschen Oberklasse-Limousinen handeln. Insgesamt wurden 2587 P 100 in Bremen-Sebaldsbrück gebaut.
Walter Blöckers Auto ist auch als Oldtimer extrem selten. Knapp 50 Exemplare sollen noch vorhanden sein.
12.350,00 DM kostete die "Bonzenschleuder" damals. Heute muss man für einen gut erhaltenen P 100 mindesten 30.000,00 Euro ausgeben. Wenn man denn einen findet. Und am besten kauft man dann noch ein Wrack für mindestens 5.000,00 Euro dazu. Wenn man denn eine findet.
Denn noch seltener als der "Große Borgward", wie ihn der Hersteller einst bewarb, dürften die nötigen Ersatzteile sein.
Jeweils einen - einen scheinbar ganz guten und eine Grotte - haben wir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in den einschlägigen Börsen gefunden.

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