Mehr Auto braucht kein Mensch! Auch nicht zum Tunen. Gesehen beim Oldtimertreffen in Dahme/Mark.     Foto: berlinreporter.Haehnel


Über all' den Trubel mit "70 Jahre Bulli" hätten wir beinahe einen anderen Helden der Arbeit vergessen: Heute, am 7. November  vor genau 60 Jahren soll es gewesen sein, als der allererste Trabi auf die Räder gestellt wurde. Ein weiterentwickelter Prototyp zwar noch, aber doch schon – bis auf Details – sehr nah am Serienfahrzeug, das ab 1958 in Zwickau in Großserie gebaut wurde.
Und zugegebenermaßen tut sich der Chronist dann doch etwas schwer, dem Mythos Trabant mit all seinen Superlativen noch etwas hinzuzufügen. Vielleicht das: Berliner, die das Auto nach mehr oder weniger langer Wartezeit dann endlich an der Rummelsburger Landstraße 110 in Oberschöneweide abholen konnten, durften den Kaufpreis in bar auf den Tisch blättern.
Das hatte schon was Kapitalistisches, die vielen Scheine auf den Tresen zu zählen. Heute findet man dort übrigens einen Opel- und einen Autoteile-Händler. Ach ja, stinken...

...tut er besonders heutzutage weniger als gedacht – zumal moderne Zweitakt-Öle das inzwischen deutlich besser im Griff haben als anno dunnemals. Und das Kultobjekt gibt es immer noch mehr als 30.000 mal auf unseren Straßen. Das hat er mit dem Käfer gemeinsam. Ach, was sage ich: Die Zulassungszahlen steigen aktuell wieder. Rührige Fans und Schrauber bringen das „Geschoss“ wieder in den Verkehr zurück. Apropos Geschoss: Auf Treffen findet man gern auch Getuntes mit Leistungen deutlich über hundert PS.
Wer also den Plastebomber noch einmal zärtlich streicheln will, kann das auch in vielen Ausstellungen tun. Zum Beispiel im DDR-Museum Döberitz-Premnitz. Oder im Trabi-Museum an der Berliner Zimmerstraße 14, Kreuzberger Seite. Oder bei einer Fahrt mit der Berliner Trabi-Safari. Und Vorsicht: Sondermüll ist der er schon lange nicht mehr. Die teuersten im neuwertigen Zustand werden mit bis zu 11.000 Euro gehandelt (P50 Kombi). Selbst ein guter 1.1 mit Polo-Maschine liegt inzwischen bei ca. 4.500 Euro, und wenn es ein „Tramp“ ist – das Cabrio-Sondermodell auf NVA-Kübel-Basis, dürfen es für diesen Viertakter auch schon mal über 7.000 Euro sein. Also: Gut aufpassen auf den Kleinen – für den Fall, dass Sie noch irgendwo einen rumstehen haben.


Mit dem Trabi ins Wochenende: Der treue Begleiter 1975 vor einer Datsche in der "Wassersiedlung" Neu Venedig in Berlin Köpenick-Rahnsdorf.   Foto: Bundesarchiv

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