Drushba

  • Gelebte Geschichte: Alexander Straka darf zu Recht stolz auf sein Werk sein.
    Fotos: privat


    Ich erschrak: Da stand mein Diskomobil auf einem Bild auf dem Marktplatz von Saalfeld.  Ich glaubte es nicht. Vor etwa 40 Jahren hatte ich meinen zeitweiligen Arbeitsplatz aus der Ukraine zurück in die DDR gefahren. Gut drei Jahre hatte ich das Diskomobil über Baustellen des Zentralen Jugendobjekts Drushba-Trasse gefahren und im Dezember 1978 in Berlin abgeliefert. Danach stand der bunte Kasten-Robur noch einige Jahre in der Pionierrepublik am Werbellinsee bei Berlin.
    Als ich im Wendejahr 1990 dort nach ihm schaute, war das Auto verschwunden. Nur der alte Hausmeister konnte sich noch an das Diskomobil erinnern: „Der wurde irgendwann abgestoßen, war im Unterhalt zu teuer und es fehlten Ersatzteile für die Tontechnik“, erzählte er. „wahrscheinlich wurde es verschrottet.“

    Nun plötzlich die Auferstehung? Ich zweifelte. Ein anderes Foto zeigte: Die blaue Farbe stimmte nicht ganz. Im Original ging das Blau mehr ins Violette. Auch die Hecktür war eine andere. Trotzdem wollte ich wissen, wer die Idee für diese Kopie hatte. Alexander Straka heißt der Mann.
    Er stammt aus dem Ostthüringer Städtchen Pößneck. Sein Vater war Maschinenschlosser in der LPG, so dass der Sohn schon frühzeitig zwischen Schraubenschlüsseln und Wagenschmiere groß wurde.  Denn der Vater schraubte auch in der Freizeit gern. „Es ist wohl die Einfachheit, Zuverlässigkeit und das Bild welches diese Fahrzeuge in meiner Kindheit prägten, was letztendlich dazu führt, dass mein Herz auch heute noch für diese Fahrzeuge schlägt“, sagt Alex. Begonnen hat er dann selbst an Motorädern der Marke MZ zu basteln. Ein Ural-Gespann aus Russland hat er auch heute noch in seinem Besitz. Später kamen Autos dazu.2004...