Nur bei der ersten Serie prangte die namengebende Ziffer auf der Motorhaube. Foto: Peugeot


Brot-und-Butter-Auto nannte Peugeot 1977 seine neue Nummer 305. Der erste Peugeot übrigens, der auf die Endziffer 5 hörte. Das schien auch auf den ersten Blick das einzig Neue am Neuen zu sein. Das Design war alles andere als avantgardistisch, wie man es beispielsweise von Citroën kannte. Und auch das für Peugeot-Verhältnisse mutige Design des 504 suchte man beim 305 vergebens. Dennoch konnte der 305 überzeugen und fand bis 1988 mehr als 1,9 Millionen Käufer, nur unwesentlich weniger als der Renault 18, der das gleiche Problem hatte.

Beim zweiten Hinsehen überzeugte der 305 allerdings durch seine zeitlos schlichte Eleganz. Recht spät, nämlich erst 1980, folgte die Kombiversion, Peugeot-typisch „break“ getauft, von der es auch eine zweitürige „break Service“-Ausführung gab, deren Seitenfenster verblecht waren.
Richtig überzeugend war der Peugeot 305 UNTER dem schlicht-schönen Blechkleid, das von Pininfarina gezeichnet wurde. Besonders die passive Sicherheit hatten die Entwickler in Sochaux im Fokus. Umfassende Verstärkungen in den Seiten und zusätzliche Querträger sorgten für verbesserten Insassenschutz. Aber auch an die Fußgänger wurde gedacht. Die „entschärfte“ Frontpartie war wesentlich „freundlicher“ zu Passanten. Aber auch bei den Motoren setzte Peugeot auf damals modernste Technik.


Veränderungen am 305 waren während der Bauzeit von 1977 bis 1988, insbesondere äußerlich, eher marginal. Hier einer der letzten 305 GLS von 1988.
Foto: Guillaume Vachey.


Die erste Generation des 305 musste sich zwar noch mit den Antriebsaggregaten des Vorgängers 304 begnügen, aber mit dem Facelift 1982 hielten die damals ultramodernen und heute legendären XU-Motoren Einzug. Die Leistungsspanne reichte bei den Benzinern von 60 PS beim 1300er bis 102 PS beim 1,9-Liter-Motor. Bei den Naglern reichte diese Spanne von 49 PS aus 1,5 Litern Hubraum, bis zu 65 PS beim 1900er. Im Dezember 1988 war Feierabend. Doch mit nur einem Nachfolger konnte sich das erfolgreiche Brot-und-Butter-Modell nicht zufriedengeben. Zum einen folgte ihm der 1987 vorgestellte und etwas größere 405 nach, zum anderen war schon 1985 das Talbot-Matra-Simca-Chrysler-Erbe Peugeot 309 in den Startlöchern, um die praktisch orientierten Kunden anzusprechen. Der Peugeot 305: Ein modernes und sicheres Auto im Biedermann-Dress. Schlicht, aber hübsch. moderner.
Übrigens: Besonders im frankophil geprägten Saarland liefen etliche 305 als Streifenwagen bei der Polizei.



 


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