Franzosenblech.de

"Franzosenblech" ist das Magazin aus dem Hause Oldtimerreporter, das sich mit dem "Savoir-Vivre auf Rädern" beschäftigt - und mit der Erkenntnis, dass Franzosen ein ziemlich entspanntes Verhältnis zu ihren Fortbewegungsmitteln haben - genau wie die Fans französischer Mobilität auf der ganzen Welt. Herzlich willkommen also bei "Franzosenblech.de" - gedruckt und im Netz. Foto: Oldtimerreporter.Haehnel

Leicht patinös - die "Kreatur d'Automobile" aus Saarbrücken-Gersweiler.
Fotos: Oldtimerreporter.Gaubatz


Berus. Ein kleiner Ortsteil der saarländischen Gemeinde Überherrn (Landkreis Saarlouis), direkt an der Grenze zu Frankreich gelegen. Es ist Sonntag, ein Tag, der seinem Namen alle Ehre macht. Die Sonne scheint, angenehme Temperaturen, der Platz des Restaurants Margarethenhof, auf dem das 2. internationale Treffen der Renault IG Saar stattfindet, füllt sich langsam aber sicher mit allerlei mobiler Pretiosen des französischen Traditionsherstellers. Doch dann erscheint ES...
Zuerst ist ES nur zu hören. Das Geräusch ähnelt nicht etwa dem lieblichen Flöten heimischer Gartenvögel, vielmehr scheint es, als würde ein Panzer den frisch gemähten Rasen umpflügen wollen. Weit gefehlt, denn nun ist ES auch optisch wahrzunehmen. Was da erscheint ist, wenn auch nur noch rudimentär vorhanden, ist ein Renault Colorale in der Version Abschleppwagen. Lebende Tote kennt man ja aus unzähligen Zombie-Filmen, doch ein Auto-Zombie dürfte zu einem neuen Film-Genre inspirieren. À la Driving Dead. Doch die Frage drängt sich förmlich auf: Was soll das? Warum existiert ES? Die Antwort ist schon fast zu einfach. ES ist keine düstere Frankenstein-Fantasie eines Autoschraubers, ES...

Der R4 war zu Beginn der 70-er Jahre eine DER Familienkutschen - auch in Deutschland. Vater, Mutter und viele Kinder? Kein Problem. Wenn der Platz vorne nicht mehr reichte, gab es ja auch noch den leicht zu beladenden Kofferraum für den Kindertransport.               Foto: Oldtimerreporter.Müller / privat


„Bu…bubu…bubububu…“  Das Quietschen einer Trommelbremse. Eine Hand geht zum Spazierstock am Armaturenbrett und drückt den langen Spazierstock, auch Schalthebel genannt, gefühlvoll ein wenig nach vorne. Pause. Die Hand legt den Spazierstock ein wenig nach rechts um. Nächste Pause. Zwischendurch wieder das Quietschen der nicht rechtzeitig gewarteten Trommelbremse. Gefühlvolles Bewegen des Schalthebels nach vorne. Ein leichtes „Klack“ ertönt aus der Richtung des Getriebes. Dazu ein „Plopp“ des Kupplungshebels. Es ist vollbracht.
Der Fahrer des 1970er R4 TL hat soeben vom dritten Gang seines Feuerstuhls in den zweiten zurückgeschaltet. Ja, es ist ein 1970er TL, einer der ganz frühen 34 PS-Modelle. Aber auch bei dem steht das Schaltschema noch auf dem Kopf. Erster Gang : Nach hinten links ziehen. Zweiter Gang : (Mit Gefühl) gerade nach vorne stoßen, immer schön auf die Schaltpausen achten. Sonst knirscht es gerne. Dritter Gang : Schalthebel nach hinten ziehen, im Leerlauf einen Moment warten. Den Hebel etwas...

1963 tritt der Simca 1300, bzw. 1500, ein schweres Erbe an. Hier die erste Version. Er soll den Erfolg der Aronde übertreffen. Was ihm zwar nicht gelingt, dennoch stehen am Ende fast 1,4 Millionen Einheiten in den Verkaufsbüchern.
Foto: Rudolf Stricker


Irgendwann kommt man in ein Alter, da feiert man auch die „halbrunden“ Geburtstage. Man weiß ja nie! So einen „Halbrunden“ feiert dieses Jahr auch die Simca-Modellreihe 1300/1500, 1301/1501. Als Nachfolger der Aronde wurde sie ab 1963 fast genauso erfolgreich. Und führte Simca nach ganz oben.
Simca steht heute für das Automobil gewordene Chaos. Das liegt vor allem an den unzähligen Übernahmen und Fusionen im Lauf der Geschichte. Begonnen hatte Simca 1934 als Hersteller von FIAT-Lizenzbauten.
Das funktionierte auch lange Zeit sehr gut, doch irgendwann strebte der Franzose nach höheren Weihen. Ein eigenes Modell sollte für weiteren, und vor allem größeren Erfolg sorgen. 1951 lancierte man daher das Modell Aronde, ein altertümliches Wort für „Schwalbe“, die lange Zeit das Markenlogo war. Von 1951 bis 1964 konnten 1,4 Millionen „Schwalben“ das Nest verlassen. Zeitweise wurde Simca so zum zweitgrößten Hersteller im Frankreich jener Jahre. Gar nicht mal so schlecht. Aber da eine...

Doch. Die Blümchen machen die simple Renault-6-Front schon etwas attraktiver.        Foto: Rundvald


Er war so etwas wie ein Sechser in der Lotterie, ein Hauptgewinn. Einer, der die Moderne im konservativen Stil zu ergänzen wusste. Die Rede ist vom Renault 6. Wir erinnern uns. Nach dem Krieg startete Renault erfolgreich mit dem 4CV. Ein neues Auto, aber dem Käfer und dem Zeitgeist folgend. Alles andere danach tat es ihm gleich. Frégate und vor allem die Dauphine, wunderschön. Aber der Mode und dem Mainstream folgend.
Erst 1961 brach man mit alten Konventionen, der R4 schnitt alte Zöpfe ab. Konstruktiv und gestalterisch war er Bahnbrechend. 1965 folgte der nächste Paukenschlag. Mit dem R16 kam die echte Revolution auf Rädern. Allerdings entstand aus dieser Modellpolitik heraus eine Lücke. Die bis 1968 nicht angemessen  geschlossen war. Es war eher Stückwerk, das die Lücke füllte: Die Schwestern R8 und R10 waren zu ihrer Zeit...

 


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Heft1/2020: Renault Clio: Die ersten sind historisch, Simca 1200S und Rallye: Heckschleuder und Donnerbolzen
Unser GTÜ-Sachverständiger rät: H-Kennzeichen und Internetadressen, Renault Express / Rapid: Unser „Neuer“ ist da, Peugeot 404: „Unkaputtbar“, Peugeot 404 Coupé: (M)eine 404-Geschichte, Peugeot: Von der Weberei zum Mobilitätskonzern, Peugeot 304 Cabrio / Coupé: Dabei sein ist alles, Delaunay-Belleville: Lehrwerkstatt für Louis Renault?, Feuer in der Hütte: 40 Jahre Renault Fuego, Abkehr von der Revolution: War der Renault GTA der Anfang vom Ende? Citroen GS: Vor 50 Jahren kam die Komfort-Mittelklasse, Citroen SM: 1970 startet der glücklose Monarch, Renault erobert die Sahara: In die Wüste geschickt, Pionier Leon Bollée: Vom Rechner zum Auto, Dyna X: Panhards Aufbruch in moderne Zeiten, Djet und 530: Mittelmotorpioniere, Star-Rummel: Wie sich Simca einen Straßenkreuzer angelte, Renaults Transporter-Tradition: Dicke Dinger, Phantom der Straße: Citroen Belphegor

Heft2/2020: Mit rund 30 Themen: 100 Jahre Talbot über die Firmengeschichte und die wichtigsten Fahrzeuge – Franzosen-Golf, der 1100-er Simca, Kuckuckskind 309: Sollte er wirklich Arizona heißen? – Nicht ohne meinen Talbot – ein Klassiker als Lebensgefährt – Von der Raubkatze zum Raubfisch: Die Geschichte von Bagheera und Murena – Flunder mit Williams-Herz: der Renault Sport Spider – Paris-Rouen: das erste Autorennen der Welt – Reine Nervensache: der Renault Nervastella – Doppeltes Lottchen – die zwei Leben des Mehari 4x4 – Bugatti Typ 13: der erste Vierventiler – Frontantrieb und Tischfußball: Rosengart – Jean-Claude statt J.R.: Der Dallas macht auf Jeep – Karlsruher Peugeot-Power: 403 + 101 = 504?? – Gordini, der Hexer – Renault Galion, Feuerfrau und Waldarbeiter – Es ROCkt in der Eifel…. und mehr

Und: Sonderheft 100 Jahre Citroen