Oldtimerreporter überregional

Mini-Van: Dieser Lloyd LT 600 ist - neben anderen tollen Exponaten - in der Auto- und Uhrenwelt Schramberg zu sehen.
Foto: Oldtimerreporter.Haehnel


1919 in Bremen. Ein junger Ingenieur tritt ins Rampenlicht, der später als Automobil-Papst von sich reden macht : Carl Friedrich Borgward. 1890 in einfachen Verhältnissen in Altona geboren, ist er als Ingenieur bereits weit gekommen. Doch er möchte noch höher hinaus. Ein eigenes Auto zu bauen, das ist sein Traum. Die Ideen dafür sind vorhanden, der Traum muss sich noch gedulden. Borgward kauft sich zunächst in die Fabriken der „Bremer Reifenindustrie“ ein, zu Zeiten wirtschaftlichen Mangels ein hohes Risiko.

Jahrzehntelang Hauptkonkurrent für die Mercedes-Oberklasse: Neben Kapitän und Admiral war das Spitzenmodell Diplomat - hier beide Generationen - in Direktionsetagen beliebt. Vom B-Modell (r.) gab's auch eine 13 cm längere "Stretch-Limousine". Foto: Opel


1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg den „böhmischen Gefreiten“ Adolf Hitler zum Reichskanzler. Schrittweise folgte die Gleichschaltung der Gesellschaft und auch der Wirtschaft. Nur knapp vier Jahre zuvor verkauften die Opels ihre Automobilfabrik, die zum Marktführer im Deutschen Reich wurde. Ausgerechnet an den US-amerikanischen Branchenriesen General Motors. Die internationale Wirtschaft hielt den Atem an. Wie würden die Amerikaner reagieren? Vor allem aber, wie würden die Nazis reagieren? GM nahm den Faschisten ganz geschickt den Wind aus den Segeln…

Opels erste automobile Legende: Das Modell 4/8 PS, der berühmte „Doktorwagen“
Fotos: Opel


.Ähnlich wie beim neuen Familienmitglied Citroen, hat auch bei Opel alles ganz anders angefangen. Nach seinen Lehr- und Wanderjahren begann Adam Opel 1863 in des Vaters Werkstatt mit der Produktion - von Nähmaschinen. Und das tat Adam Opel recht erfolgreich. Durch seine Heirat und geschickte Ankäufe von Geschäftsanteilen konnte er die „Nähmaschinenfabrik von Adam Opel“ gründen. Bis 1880 produzierte Opel 20.000 Nähmaschinen, bis 1911 gar eine Million! Und das Jahr 1911 bedeutete eine Zäsur.
25 Jahre zuvor, 1886, begann Adam Opel nebenbei auch mit der Produktion von Fahrrädern. Seine Söhne konnten ihn dafür begeistern, sie sollten Recht behalten. Während 1885 18.000 Nähmaschinen von 300 Arbeitern gefertigt wurden, so waren es 1898 1.200 Beschäftigte, die 25.000 Nähmaschinen und 15.000 Fahrräder produzierten.

"Rekord-Commodore-Caravan". Dank Opel-Baukasten kein großes Problem.
Foto: Oldtimerreporter.Eichbaum


Potente Sportkombis á la Audi RS6 Avant stellen eine eher neuzeitliche Erfindung da – wer früher einen agilen Alltagsbegleiter mit hohem Nutzwert wünschte, musste selbst Hand anlegen. So wie es später Michael aus Teltow-Fläming tat.
„Mein Interesse an alten Opel-Modellen wurde 1969 sprunghaft geweckt, da war ich im zarten Alter von sieben Jahren, als mein Vater ein Opel Commodore A Coupé anschaffte“, erinnert sich der Wahlbrandenburger. „1990 fing ich dann an, mich intensiver mit Oldtimern, speziell Opel Commodore A, zu befassen und diese Autos zu restaurieren. Seither habe ich ein Coupé, eine zwei- und eine viertürige Limousine für mich aufgebaut – alles Commodore A GS/E.“ Zu dumm nur, dass die oberen Mittelklasse-Kraftbolzen aus Rüsselsheim Kombi-Karosserien vorenthalten waren; das änderte sich erst 1981 mit dem kurzlebigen Commodore C Voyage. Der in erster Linie mit Granada Turnier und Mercedes 123 T rivalisierende Edellaster wiederum stand im Schatten von Monza und Senator, bis zu seiner Einstellung 1982 entstanden lediglich 3.440 Exemplare.