Oldtimerreporter überregional

Die geplante Oldtimerplakette wird sich optisch in den Reigen der bestehenden Aufkleber einfügen. Nur die Farbe steht natürlich noch nicht fest.
Grafik: Ministère de la Transition  Ècologique


Auch Frankreich hat seit einigen Jahren Umweltplaketten eingeführt und die Ballungsgebiete in verschiedene feste und Bedarfs-Umweltzonen eingeteilt. Oldtimer waren bisher jedoch immer von den verhängten Fahrverboten betroffen. Das soll sich nun ändern. Die erste Kammer des französischen Parlaments, der Senat, hat nun die Einführung einer Oldtimer-Plakette gebilligt, die es - wie in Deutschland - erlaubt, Umweltzonen mit mindestens 30 Jahre alten Fahrzeugen zu befahren.
„Wenn wir Oldtimerbesitzern nicht erlauben, ein bisschen mit ihren Autos zu fahren, werden sie irgendwann die Fahrzeuge aufgeben. Und ein ganzes industrielles Erbe wird verschwinden ", sagt Oldtimerfreund und Senator Jean-Pierre Boga, Mitglied des Wirtschaftsausschusses.
Nun muss noch die Assemblée Nationale zustimmen und das Gesetz vom Präsidenten durch Unterschrift in Kraft gesetzt werden. Das sollte bis spätestens Ende Mai erledigt sein. Im Zuge der in der EU verankerten Gleichbehandlung könnten dann auch deutsche Oldtimerfreunde auf dem üblichen Weg zu den üblichen Kosten eine derartige Plakette bestellen.

Das Team von Good old times an der "letzten Ruhestätte" der Kreatur. Fotos: privat


Martialisch. Furchteinflößend. Erschreckend. Man weiß gar nicht, welcher Superlativ hier passend wäre. Denn das erste Zusammentreffen von Oldtimerreporter und Classic Garage war… sagen wir mal… anders! Detlev Knopp und Martin Pöhlmann suchten nämlich ein Treffen heim, über das wir vor Ort berichteten. Und Heimsuchung ist genau das richtige Wort. Was aber treibt eine Werkstatt dazu, mit dieser „Kreatur d’Automobil“ aufzukreuzen? Wir haben‘s bereits im Juni 2018 erklärt. Hier...
Diese Kreatur ist nur ein automobiler Eye-Catcher, ein äußerst gelungener Werbe-Gag.

Kay Lott ist der Wächter der Familientradition: Der Sechsender darf nicht weg. Schließlich war er mal ein Hochzeitswagen.
Fotos: Oldtimerreporter.Müller


Breite Sessel, bestens geeignet, um darin zu versinken. Ein Lenkrad eines Ozeandampfers, spindeldürr und bakelitglatt. In dessen Mitte der berühmte Opel-Blitz. Der Blick über die Unendlichkeit der Motorhaube lässt den Fahrer in die Welt amerikanischer Straßenkreuzer gleiten. Lenkradschaltung, vier Gänge, zwei oben, zwei unten. Wo genau sich Gang 1,2,3 und 4 befinden, muss die Fahrpraxis noch erweisen. Große Karosse, zierliches Zündschloss, zierlicher Zündschlüssel. Einfädeln des Schlüssels, Einschalten der Zündung. Vor dem Kaltstart bitte 2-3 mal das Gaspedal betätigen. Großzügige Flutung des Doppelvergasers, Start. Im Bruchteil einer Sekunde erklingt ein Sechszylinder-Bass, der auf der Hitliste der wohligsten Motorklänge ever ganz oben steht.


Ein echter Europäer - der Opel Rekord P2. Halter Thomas Boos freut sich über den zugelaufenen Klassiker.
Fotos: Oldtimerreporter.Müller


Manchmal möchte man gerne ergründen, was einen Autokäufer zum Kauf dieses oder jenes Modells bewegt. Ist es die Markentreue? Die Formschönheit? Oder die schlichte Vernunft? Man weiß es nicht immer, es bleibt gerne im Dunkeln, aber das beflügelt die Phantasie! So auch im Falle eines Monsieurs, nennen wir in Jean-Luc, aus dem schönen Frankreich, einst Besitzer eines Opel Rekord P2.
Rückblick: Sommer 1962, Pierrefitte-sur-Seine. Hier in diesem Pariser Vorort möchte sich Jean-Luc etwas gönnen, einen neuen größeren Wagen. Da kommen natürlich etliche Modelle aus heimischer Produktion in Frage, der attraktive Peugeot 404, die formschöne Simca Aronde, ein Panhard PL17 und, und, und.
Aber Jean-Luc entscheidet sich anders, er steuert die Garage Luis Palacio an, dort finden sich allerlei GM-Fahrzeuge (aus französischer Produktion!) im Schaufenster.