Oldtimerreporter überregional

"Rekord-Commodore-Caravan". Dank Opel-Baukasten kein großes Problem.
Foto: Oldtimerreporter.Eichbaum


Potente Sportkombis á la Audi RS6 Avant stellen eine eher neuzeitliche Erfindung da – wer früher einen agilen Alltagsbegleiter mit hohem Nutzwert wünschte, musste selbst Hand anlegen. So wie es später Michael aus Teltow-Fläming tat.
„Mein Interesse an alten Opel-Modellen wurde 1969 sprunghaft geweckt, da war ich im zarten Alter von sieben Jahren, als mein Vater ein Opel Commodore A Coupé anschaffte“, erinnert sich der Wahlbrandenburger. „1990 fing ich dann an, mich intensiver mit Oldtimern, speziell Opel Commodore A, zu befassen und diese Autos zu restaurieren. Seither habe ich ein Coupé, eine zwei- und eine viertürige Limousine für mich aufgebaut – alles Commodore A GS/E.“ Zu dumm nur, dass die oberen Mittelklasse-Kraftbolzen aus Rüsselsheim Kombi-Karosserien vorenthalten waren; das änderte sich erst 1981 mit dem kurzlebigen Commodore C Voyage. Der in erster Linie mit Granada Turnier und Mercedes 123 T rivalisierende Edellaster wiederum stand im Schatten von Monza und Senator, bis zu seiner Einstellung 1982 entstanden lediglich 3.440 Exemplare.

Auch im aktuellen Renn-Trimm zeitlos schön. Der Melkus RS 1000. Fotos: Oldtimerreporter Eichbaum.


Der Lotus Elan inspirierte nicht nur zum Mazda MX-5: Auch der selbständige Rennwagen-Konstrukteur und ehemalige Rennfahrer Heinz Melkus ließ sich in den Bann des leichten Flitzers ziehen. Start frei für den sensationellsten Serienwagen der DDR!
Die Begeisterung führte schließlich zu einem Mittelmotor-Sportler, denn gleichfalls waren Ferrari und GT40 an dem durch seine Formel-Junior-Wagen bekannten Sachsen nicht spurlos vorbeigefahren – nur derart große Triebwerke schlicht nicht aufzutreiben. Also...

Starkes Team: Jürgen Meckel und sein Aro.
Fotos: Oldtimerreporter.Obuchoff


„Der sieht einfach wie ein Auto aus: Hat ein großes Maul, zwei Augen und hat Rundungen wie eine Frau“, so begründet Jürgen Meckel sein Interesse für den ARO M461.  Und: „Der macht, was andere nicht können.“ Was das bedeutet will der 59-jährige Rettungssanitäter mir sofort zeigen. Wir gehen raus. Seinen Bauernhof am Rand des ältesten Kolonistendorfes im Oderbruch Neulietzegöricke hat Jürgen Meckel umgebaut. Im Wohnhaus gibt es zwei Gästezimmer, und der Stall birgt Garage und Lagerräume. Das Dachgeschoss darüber soll demnächst als Wohnung für seine Schwester ausgebaut werden.
Als erstes springen freudig die drei Hunde ins Freie. Die beiden riesigen Rhodesian Ridgebacks Jambo und Iza sowie der kleine Mischling Susi glauben wohl, es gehe aufs Feld. Das stimmt zwar, aber nicht für die Tiere, sondern für den ARO, der seine runde Schnauze schon aus dem Garagentor reckt. Das 2,4-Liter-Tribwerk springt sofort an.

Das alles und noch viel mehr muss raus.
Fotos: Oldtimerreporter Zobel


Stellen Sie sich vor, Sie wären Herr über einen riesigen Fuhrpark. Sozusagen für jede Stimmung das richtige Vehikel. Sie könnten jeden Tag  zwischen 32 Mercedes, 10 Porsche, 25 VWs, 10 Audis und etlichen anderen Wagen sowie 32 LKWs und 15 Nutzfahrzeugen  wählen. Kurz um, Ihr Fuhrpark für den täglichen Gebrauch umfasst 167 Fahrzeuge. Ganz zu schweigen von den über 200 niegelnagelneuen  Fahrzeugen, die noch nie einen Kilometer gefahren sind.
Wenn Sie das nächste Mal in ein Parkhaus fahren, sagen wir mit einer Kapazität von 600 Stellplätzen auf drei Ebenen, dann wären  zwei  dieser Ebenen komplett mit ihrem Fuhrpark belegt.
„Alles eine Sache der Perspektive“ sagt Dieter Schmurr, der 84-jährige Besitzer dieser beeindruckenden Flotte mit einem Lächeln und fügt hinterher zu: „Meine gebrauchten Wagen passen alle in zwei Keksdosen und die OVPs sind staubfrei in einem Karton verpackt.“