Oldtimerreporter überregional

Seltene Außenfarbe - gesehen beim OTTMA in Dahme: Die meisten Flossen wurden in beige, dunkelgrau oder schwarz ausgeliefert.
Fotos (2): Oldtimerreporter.Haehnel


1959. Es ist noch gar nicht so lange her, da lagen Deutschland und die restliche Welt in Trümmern. Es ist noch gar nicht so lange her, da keimte das zarte Pflänzchen des Wirtschaftswunders. Es ist noch gar nicht so lange her, da wirkte der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft wie Balsam auf des Deutschen geschundene Seele. Seit 1954 „ist man wieder wer“. Und 1959 kann man es endlich auch zeigen. Vorbei ist‘s mit der etwas behäbig wirkenden, pummeligen Ponton-Karosse, nun kommt die hochmoderne Flossenparade in Form der Modelle 220 b, 220 Sb und 220 SEb.

Fast 50 Jahre Mäusebändiger - Rolands Topolino-Liebe hat ihm auch schon Rosen eingebracht. Fotos: Oldtimerreporter.Eichbaum


Zu seiner Präsentation 1936 war der Fiat 500 eine echte Sensation – das kleinste Großserienauto mit Vierzylinder, dazu noch wassergekühlt und erschwinglich. Kein Wunder, dass Fiat mit der Produktion nicht hinterherkam und Fertigungslizenzen vergab. Auch Arnhild und Roland sind von dem wegen seiner an Mickey-Maus-Ohren erinnernden Scheinwerfer „Topolino“ – Mäuschen – genannten Kleinstwagen begeistert.
„In meiner thüringischen Heimat fuhr der Arzt mit einem Topolino zu seinen Patienten“, legt Roland los. „Dessen stark eiernde Hinterräder beeindruckten mich als Kind so sehr, dass ich beschloss mir später auch einen zuzulegen.“ Er hielt Wort und hatte ab den frühen 70ern immer einen – selbstverständlich mit Rädern ohne Schlag.

Mini-Van: Dieser Lloyd LT 600 ist - neben anderen tollen Exponaten - in der Auto- und Uhrenwelt Schramberg zu sehen.
Foto: Oldtimerreporter.Haehnel


1919 in Bremen. Ein junger Ingenieur tritt ins Rampenlicht, der später als Automobil-Papst von sich reden macht : Carl Friedrich Borgward. 1890 in einfachen Verhältnissen in Altona geboren, ist er als Ingenieur bereits weit gekommen. Doch er möchte noch höher hinaus. Ein eigenes Auto zu bauen, das ist sein Traum. Die Ideen dafür sind vorhanden, der Traum muss sich noch gedulden. Borgward kauft sich zunächst in die Fabriken der „Bremer Reifenindustrie“ ein, zu Zeiten wirtschaftlichen Mangels ein hohes Risiko.

Jahrzehntelang Hauptkonkurrent für die Mercedes-Oberklasse: Neben Kapitän und Admiral war das Spitzenmodell Diplomat - hier beide Generationen - in Direktionsetagen beliebt. Vom B-Modell (r.) gab's auch eine 13 cm längere "Stretch-Limousine". Foto: Opel


1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg den „böhmischen Gefreiten“ Adolf Hitler zum Reichskanzler. Schrittweise folgte die Gleichschaltung der Gesellschaft und auch der Wirtschaft. Nur knapp vier Jahre zuvor verkauften die Opels ihre Automobilfabrik, die zum Marktführer im Deutschen Reich wurde. Ausgerechnet an den US-amerikanischen Branchenriesen General Motors. Die internationale Wirtschaft hielt den Atem an. Wie würden die Amerikaner reagieren? Vor allem aber, wie würden die Nazis reagieren? GM nahm den Faschisten ganz geschickt den Wind aus den Segeln…