Oldtimerreporter überregional

Wolfgang Heinsch aus Hamburg muss Abschied nehmen. 1982 hat er das grüne Mercedes 300 SE-Coupé gekauft. „14.000 Mark hab’ ich damals bezahlt“, erzählt er: „Und dann habe ich ihn restauriert“, lacht er. Dabei war der Wagen mit Erstzulassung im Februar 1967 damals gerade mal 15 Jahre alt. „Als Alltagswagen war er von Anfang an nicht geplant.
„Eigentlich wollte...

Große Klappe - viel dahinter. Heinz Melkus machte aus ganz wenig ganz viel.
Fotos: Oldtimerreporter.Fröhlich


Von hinten sieht es aus wie eine Portion Spaghetti mit Trompeten. Das Auto, das in der DDR so unerwünscht war wie McDonalds oder Mercedes. Zudem war es eine Privatinitiative, die eines Heinz Melkus, der sich erdreistete, neben seinem Fahrschulbetrieb einen Sportwagen zu bauen, den einzigen straßenzugelassenen der DDR.
Während der Arbeiter- und Bauernstaat sich in der Großserienproduktion von Wartburg und Trabant versuchte, tüftelte der Dresdner Motorsportfan am Antrieb des Wartburg 353 so lange herum, bis dieser bis zu 100 PS ausspuckte. Offiziell wurde der Wagen nur an Personen ausgeliefert, die nachweislich im Motorsport aktiv waren – hinter den Kulissen bekam man aber auch mit der nötigen Portion Vitamin „B“ eine der Rennsemmeln. Einer dieser extrem seltenen Melkus – angeblich wurden von RS 1000 nur 101 Stück gebaut - war aus Brück zum Treffen in Cammer angereist. Auf eigener Achse! Wie so ziemlich alle der 481 Fahrzeuge, vom Oldtimer-Fahrrad bis zum IFA S 4000.
Die Rasenfläche, umrahmt von den riesigen Bäumen des Gutsparks, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Zum 8. Mal hatte das...

Sicherheitsgurt? Kopfstütze? Nö! Cabrio total? Jo! Uriger und ursprünglicher kann man Kraftverkehr nicht erleben. Wie war das noch? „Resi, ich hol‘ dich mit dem Traktor ab...“ Hier beim „Anglühen“ in Linau.
Fotos: Oldtimerreporter.Behrens


Zuerst wurden sie belächelt - die Liebhaber von landwirtschaftlichem Schwermetall. Aber sie wurden schnell mehr - sehr schnell. Und ebenso schnell, wie die Zahlen anstiegen, wurden Klubs gegründet, Zeitschriften gestartet und rührige Händler und Teileanbieter steckten ihre Claims ab. Nun ist die Szene etabliert. Grund genug für Oldtimerreporter Frank Behrens, etwas Landluft zu schnuppern. Denn dort sind die meisten Schlepperfans in natürlicher Umgebung beheimatet.
In Linau - zwischen Hamburg und Lübeck gelegen - ist einer der größten Schlepper-Klubs  ansässig.
Die Linauer Oldtimer-Gemeinschaft, kurz LOG, ist eine feste Größe im Oldtimer-Leben Norddeutschlands und darüber hinaus. Was vor elf Jahren mit 19 Dorfbewohnern und ihren alten Schleppern begann, ist inzwischen ein Verein von 130 Mitgliedern mit historischen Fahrzeugen, der sogar über ein kleines landwirtschaftliches Museum verfügt: „Vun Hus und Hoff“ – „Von Haus und Hof“.
Längst nicht mehr alle Mitglieder kommen...

Was wäre Eberswalde ohne das alljährliche Veteranentreffen bei der Barnimer Busgesellschaft? Eben! Deshalb gab es in diesem Jahr auch schon die siebente Ausgabe. Natürlich nicht nur für Obusse. Dabei waren also auch Oldtimer aller Art.
Schön ist dieses Bild mit ein wenig Betriebsstimmung wie zu alten Zeiten trotzdem. Und es lässt die Redaktion einmal mehr mit der Frage zurück, warum ausgerechnet das englische Wort „Dispatcher“ Einzug in den DDR-Alltag gehalten hatte.                    
Foto: Karsten Müller