Oldtimerreporter überregional

Opels erste automobile Legende: Das Modell 4/8 PS, der berühmte „Doktorwagen“
Fotos: Opel


.Ähnlich wie beim neuen Familienmitglied Citroen, hat auch bei Opel alles ganz anders angefangen. Nach seinen Lehr- und Wanderjahren begann Adam Opel 1863 in des Vaters Werkstatt mit der Produktion - von Nähmaschinen. Und das tat Adam Opel recht erfolgreich. Durch seine Heirat und geschickte Ankäufe von Geschäftsanteilen konnte er die „Nähmaschinenfabrik von Adam Opel“ gründen. Bis 1880 produzierte Opel 20.000 Nähmaschinen, bis 1911 gar eine Million! Und das Jahr 1911 bedeutete eine Zäsur.
25 Jahre zuvor, 1886, begann Adam Opel nebenbei auch mit der Produktion von Fahrrädern. Seine Söhne konnten ihn dafür begeistern, sie sollten Recht behalten. Während 1885 18.000 Nähmaschinen von 300 Arbeitern gefertigt wurden, so waren es 1898 1.200 Beschäftigte, die 25.000 Nähmaschinen und 15.000 Fahrräder produzierten.

"Rekord-Commodore-Caravan". Dank Opel-Baukasten kein großes Problem.
Foto: Oldtimerreporter.Eichbaum


Potente Sportkombis á la Audi RS6 Avant stellen eine eher neuzeitliche Erfindung da – wer früher einen agilen Alltagsbegleiter mit hohem Nutzwert wünschte, musste selbst Hand anlegen. So wie es später Michael aus Teltow-Fläming tat.
„Mein Interesse an alten Opel-Modellen wurde 1969 sprunghaft geweckt, da war ich im zarten Alter von sieben Jahren, als mein Vater ein Opel Commodore A Coupé anschaffte“, erinnert sich der Wahlbrandenburger. „1990 fing ich dann an, mich intensiver mit Oldtimern, speziell Opel Commodore A, zu befassen und diese Autos zu restaurieren. Seither habe ich ein Coupé, eine zwei- und eine viertürige Limousine für mich aufgebaut – alles Commodore A GS/E.“ Zu dumm nur, dass die oberen Mittelklasse-Kraftbolzen aus Rüsselsheim Kombi-Karosserien vorenthalten waren; das änderte sich erst 1981 mit dem kurzlebigen Commodore C Voyage. Der in erster Linie mit Granada Turnier und Mercedes 123 T rivalisierende Edellaster wiederum stand im Schatten von Monza und Senator, bis zu seiner Einstellung 1982 entstanden lediglich 3.440 Exemplare.

Auch im aktuellen Renn-Trimm zeitlos schön. Der Melkus RS 1000. Fotos: Oldtimerreporter Eichbaum.


Der Lotus Elan inspirierte nicht nur zum Mazda MX-5: Auch der selbständige Rennwagen-Konstrukteur und ehemalige Rennfahrer Heinz Melkus ließ sich in den Bann des leichten Flitzers ziehen. Start frei für den sensationellsten Serienwagen der DDR!
Die Begeisterung führte schließlich zu einem Mittelmotor-Sportler, denn gleichfalls waren Ferrari und GT40 an dem durch seine Formel-Junior-Wagen bekannten Sachsen nicht spurlos vorbeigefahren – nur derart große Triebwerke schlicht nicht aufzutreiben. Also...

Starkes Team: Jürgen Meckel und sein Aro.
Fotos: Oldtimerreporter.Obuchoff


„Der sieht einfach wie ein Auto aus: Hat ein großes Maul, zwei Augen und hat Rundungen wie eine Frau“, so begründet Jürgen Meckel sein Interesse für den ARO M461.  Und: „Der macht, was andere nicht können.“ Was das bedeutet will der 59-jährige Rettungssanitäter mir sofort zeigen. Wir gehen raus. Seinen Bauernhof am Rand des ältesten Kolonistendorfes im Oderbruch Neulietzegöricke hat Jürgen Meckel umgebaut. Im Wohnhaus gibt es zwei Gästezimmer, und der Stall birgt Garage und Lagerräume. Das Dachgeschoss darüber soll demnächst als Wohnung für seine Schwester ausgebaut werden.
Als erstes springen freudig die drei Hunde ins Freie. Die beiden riesigen Rhodesian Ridgebacks Jambo und Iza sowie der kleine Mischling Susi glauben wohl, es gehe aufs Feld. Das stimmt zwar, aber nicht für die Tiere, sondern für den ARO, der seine runde Schnauze schon aus dem Garagentor reckt. Das 2,4-Liter-Tribwerk springt sofort an.