Man muss einfach nur nette Nachbarn haben. Am besten von der alten Schule: „Bloß nichts wegwerfen“. Oder zumindest einen Arbeitskollegen, der solche hat. So wie Tobias Krebs. Unter einem Schleppdach stand dort, seit 18 Jahren unberührt, ein Skoda Octavia. Nein, nicht die Familienkutsche der Volkswagen-Konzerntochter. Einer aus der Zeit, in der Skoda noch eigene Autos baute. Noch bevor die Motoren ins Heck wanderten (um danach unter Wolfsburger Leitung  wieder nach vorne zu ziehen).
Leider war die Überdachung etwas klein, so stand die Front in Wind und Wetter. Das Wichtigste jedoch war gut geschützt: das Heck. Denn es handelt sich um einen der inzwischen äußerst seltenen Kombis. Neben der Front war auch der Motor völlig hinüber,

womöglich wurde der Wagen deshalb stillgelegt. Die Beschaffung von Ersatzteilen für die heimische DDR-Produktion war damals schon eine Herausforderung, bei Modellen aus den sozialistischen Bruderländern glich die Teilesuche der Jagd nach dem heiligen Gral. So ist ein Bekannter für einen Lada-Luftfilter von Berlin bis in die Tschechoslowakei gefahren.
So weit hatte es Tobias nicht, er war von Jessen nach Brück gekommen,  zum „Runter im Hof“-Treffen von MAPCO. Nachdem die Octavia-Nase von Moos befreit und der 1,2-Liter-Motor überholt war, standen keine weiteren großen Arbeiten an: der Innenraum präsentiert sich im Originalzustand mit schöner Patina, die Karosserie hat er nur gereinigt. Einzig neue Felgen bekam der `69er Lastesel, eine Spezialanfertigung mit fettem Tiefbett. Und ein selbst konstruiertes Fahrwerk, für den gelernten Metallbearbeiter ein Heimspiel.
Die Patina – innen wie außen – soll so bleiben, sagt Tobias. Eventuell kommt noch eine Schicht Klarlack drauf. Na dann: Dobrá cesta!

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