Also doch: Der Sozialismus siegt! Aber nur beim Oldtimerreporter-Treffen 2019 in Köpenick. Hier konnte die ehemalige Bonzenschleuder von ZK-Mitglied Konrad Naumann gewinnen. Die Jury fand ihn eindrucksvoll genug für den Siegerlorbeer.
Fotos: Oldtimerreporter.Fröhlich


Jetzt hört doch mal auf – so geht das nicht! Nein, im Ernst: Es war ein wundervolles Treffen, mit perfektem Wetter und phantastischen Autos. Dennoch: trotz Erweiterung war der Platz schon wieder knapp. Doch wer etwas Geduld hatte, kam immer rauf, schließlich fahren manche ja auch früher nach Hause.
Die Mischung war optimal: von Vorkrieg bis achtziger Jahre, Amis und Europäer, und in allen Kategorien von toprestauriert bis „dans son jus“. Schon vor 10 Uhr rollten die ersten Fahrzeuge auf das historische Gelände des ehemaligen Köpenicker Gaswerks und wurden sogleich von Alexander Georg vorgestellt. Er ist ein exzellenter Moderator, der mit seiner warmen Stimme und weit gefächertem Oldtimerwissen nicht nur die Schmuckstücke beschrieb, sondern auch gleich einen Einblick in deren zeitliches Umfeld gab. So hatte er das Glück, anhand von zwei zeitgleich einfahrenden Fahrzeugen den Scheideweg von BMW und EMW „am Objekt“ erläutern zu können.

Neben dem druckfrischen Oldtimerreporter – Extrablatt hatten wir Motiv-Kaffeetassen am Start, die nach Wunsch mit oder ohne Kaffee erworben werden konnten. Und es gab natürlich wieder Preise zu gewinnen. Da ein Preis für den besten oder schönsten Oldtimer zwangsläufig zu Diskussionen über die Definition führt, haben wir die Preise für die beeindruckendsten Fahrzeuge ausgelobt – so richtig schön subjektiv.
Der Preis für die herausragendste Zusatzausstattung ging an den ´68er Opel Admiral. Er war kaum mehr als solcher zu erkennen, und so war des Moderators erste Frage, wie man mit solch einem Umbau ein H-Kennzeichen bekommen könne. Der Halter kannte sich bestens mit der Geschichte der Custom-Szene aus und konnte erklären, dass sämtliche Umbauten, inklusive das hydraulische Fahrwerk, schon über 30 Jahre an diesem Opel verbaut sind.
Der Preis für den beeindruckendsten Citroën ging an einen wunderschönen C 4. Nein, nicht an so eine moderne Knutschkugel, sondern an einen echten Vorkriegsoldie. Beeindruckend war weiterhin der äußerst seltene Rosengart Super Traction im prächtigen Art-Deco-Stil. Ebenfalls längst aus dem Straßenbild verschwunden ist der Simca 1200 S, das von Bertone gezeichnete und von Abarth motorisierte Coupé. Herausragend war auch ein VW 181, im Volksmund Kübel genannt, im Feldjäger-Dress. Der Eigentümer hatte die komplette Funkausstattung zusammengetragen, inklusive der zweiten Lichtmaschine und alle Bauteile des 24-V-Bordnetzes für die Funkgeräte. Chapeau! Insgesamt waren überraschend viele Vorkriegsfahrzeuge zu sehen, dazu eine ganze Horde Barkas, einige recht außergewöhnliche Motorräder, mehrere brüllende US-Pick-Ups - aber weniger US-Straßenkreuzer diesmal.
Die Jury entschied sich für den Volvo 264 TE (Top Executive) als beeindruckendsten Oldtimer. Dieser verlängerte Wagen stammt aus der letzten „Beschaffung“ von insgesamt 135 Fahrzeugen, die für repräsentative Zwecke von der Handelsgesellschaft INTRAC der DDR geordert waren. Die Stretchlimousine gehörte einst dem Mitglied des ZK der SED Konrad Naumann und jetzt Rolf Mahlke, der seinen Preis freudig überrascht entgegen nahm. Den Regen hat Herr Kachelmann freundlicherweise und erfolgreich auf den Montag verschoben, und so war es nicht zu warm und nicht zu kalt – zumindest in diesem Punkt waren sich alle einig.

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