Franzosenblech.de

"Franzosenblech" ist das Magazin aus dem Hause Oldtimerreporter, das sich mit dem "Savoir-Vivre auf Rädern" beschäftigt - und mit der Erkenntnis, dass Franzosen ein ziemlich entspanntes Verhältnis zu ihren Fortbewegungsmitteln haben - genau wie die Fans französischer Mobilität auf der ganzen Welt. Herzlich willkommen also bei "Franzosenblech.de" - gedruckt und im Netz. Foto: Oldtimerreporter.Haehnel

Ungefähr 1,1 Millionen mal wurde der französische "Käfer" von 1946 bis 1961 ausgeliefert.
Foto: Oldtimerreporter.Gaubatz


Es ranken sich um kaum ein anderes Auto so viele Legenden wie um Renaults Butterklumpen, im Deutschen weitaus liebevoller „Cremeschnittchen“ genannt. Eines dieser Märchen besagt, Porsche selbst hätte am 4CV mitgewirkt. Dies würde die Ähnlichkeit zum deutschen KdF-Wagen erklären. Völliger Mumpitz, die Ähnlichkeit hat einen anderen Grund. Wir klären auf…
Berlin, internationale Automobilausstellung 1937. Adolf Hitler und seine Entourage flanieren über die Automesse. Auch am Stand von Renault macht der Tross Halt. Der Wolf hat Kreide gefressen, zeigt sich weltmännisch und freundlich. Sogar eine Audienz bekommt Louis Renault beim Führer und Reichskanzler. Was genau der Diktator und der Wirtschaftsboss besprachen, ist heute nicht mehr überliefert. Es dürfte wohl um Politik im Allgemeinen und Wirtschaftsfragen im Besonderen gegangen sein.

Nur bei der ersten Serie prangte die namengebende Ziffer auf der Motorhaube. Foto: Peugeot


Brot-und-Butter-Auto nannte Peugeot 1977 seine neue Nummer 305. Der erste Peugeot übrigens, der auf die Endziffer 5 hörte. Das schien auch auf den ersten Blick das einzig Neue am Neuen zu sein. Das Design war alles andere als avantgardistisch, wie man es beispielsweise von Citroën kannte. Und auch das für Peugeot-Verhältnisse mutige Design des 504 suchte man beim 305 vergebens. Dennoch konnte der 305 überzeugen und fand bis 1988 mehr als 1,9 Millionen Käufer, nur unwesentlich weniger als der Renault 18, der das gleiche Problem hatte.

Wirkt wie eine geglättete Version des Vorgängers Renault 12. Der Aerodynamik kam die Form jedenfalls zugute.
Foto: Oldtimerreporter.Gaubatz


Mutlos. Langweilig. Ideenlos. So wetterten viele, auch eingefleischte Renault-Fans, beim Erscheinen des Renault 18. Völlig zu Unrecht. Sicher, vom Design seiner Ahnen war er meilenweit entfernt. Er war nicht so innovativ wie der R16, nicht so mutig im Design wie der R12, auch nicht so avantgardistisch wie der R14 und sicher auch nicht so frech wie der R5. Und gerade das war das Mutige an ihm. Neue Wege zu gehen. Und er ging seinen Weg. Mit Erfolg. Mehr als zwei Millionen Käufer griffen zum R18.

Der Traction Avant ist immer noch ein beliebter Oldtimer, für den man aktuell mindestens 13.000 € hinblättern muss, wenn man einen einigermaßen guten will. Für die seltenen 15CV-Sechszylinder sollte man für ein ordentliches Exemplar im Zustand 3 mindestens 20.000 € bereithalten.
Foto: Oldtimerreporter.Gaubatz


Schon ganz zu Anfang, es gab nur erste Ideen und Skizzen, kostete der Traction Avant (kurz TA genannt) seinen Schöpfer den Job. André Lefèbvre, so der Name des findigen Tüftlers, eilte zu seinem Chef und wollte ihm den TA schmackhaft machen. Und dieser warf ihn kurzerhand raus. Wie konnte es dieser junge Schnösel aber auch wagen, ausgerechnet IHM, dem Erfinder der Kardanwelle, so eine Kiste anzudienen? Sie ahnen es, Lefèbvres Chef war kein Geringerer als Louis Renault.

 


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Und: Sonderheft 100 Jahre Citroen