Franzosenblech.de

"Franzosenblech" ist das Magazin aus dem Hause Oldtimerreporter, das sich mit dem "Savoir-Vivre auf Rädern" beschäftigt - und mit der Erkenntnis, dass Franzosen ein ziemlich entspanntes Verhältnis zu ihren Fortbewegungsmitteln haben - genau wie die Fans französischer Mobilität auf der ganzen Welt. Herzlich willkommen also bei "Franzosenblech.de" - gedruckt und im Netz. Foto: Oldtimerreporter.Haehnel

Der neue Renault- "Régi(e)sseur" für die République. Nach der Enteignung wirkte Pierre Lefaucheux (1944-1955) durchaus erfolgreich im Sinne der Marke.
Fotos: Renault


Die Lebensleistung des Louis Renault ist beispielhaft. Den kometenhaften Aufstieg seines Unternehmens verdankt er zum einen seinen beiden Brüdern, die stets an ihn glaubten. Zum anderen verdankt er diese Entwicklung – sich selbst. Seiner Sturheit, seiner Brillanz und seinem unbeugsamen Willen. Doch der Krieg geht auch an Louis Renault nicht spurlos vorbei. Als Frankreich befreit wird, machen die neuen Herren Jagd. Nicht nur auf Kollaborateure, sondern es werden auch alte Rechnungen beglichen. Mit dem Großkapital. Und deren berühmtester Vertreter: Louis Renault.
Er fühlt sich schon länger unwohl hat das aber nie beachtet. Für eine Flucht ist er zu schwach, also stellt er sich am 23. September 1944 „dem Buckligen“, dem Richter Martin, der ihn umgehend in Frèsnes inhaftieren lässt. Am 24. Oktober 1944 stirbt Renault an den Folgen einer Urämie.

Als Chauffeure hinter acht Zylindern noch im Freien "wohnten". Fotos: Renault


1929 ist für Louis Renault ein bedeutsames Jahr. In vielerlei Hinsicht.
Zum einen ist er unbestritten auf dem Zenit seines Erfolges und seiner wirtschaftlichen (und politischen) Macht. Er ist mit Abstand Frankeichs größter Arbeitgeber und eröffnet im November 1929 das neue Werk auf der Ile Séguin.
Das größte und modernste Automobilwerk Europas mit dem längsten Fließband außerhalb der Vereinigten Staaten. Insgesamt misst „la chain“ 1.500 Meter.

"Fluchtpunkt Thenay": Die deutsche Karawane zieht weiter - ins gelobte R4-Paradies. Fotos: Martin Herkel


Martin Herkel ist R4-Liebhaber. Schon 2017 wollte er ins französische Thenay pilgern, dem Mekka der R4-Jünger. Aber technische Unpässlichkeiten des Gefährts stoppten die Reise ins gelobte Land. Dieses Jahr wird alles besser, mit dieser Überzeugung konsultierte er Freund Dietmar Lorken-Korte, einen KFZ-Meister der alten Schule, der auch durchaus die Tücken antiker Technik kennt. Nach einem gründlichen Gesundheitscheck des R4 geht Herkel also an die Planung. Aber da lauern schon die nächsten „Tretminen“.  Doch ein Herkel gibt nicht auf…

Was den Briten ihr "Racing-Green" war den Franzosen und ganz besonders den Bugattis ihr "Course-Bleu", wie hier bei der Typ-35-Parade - heute in der Cité de l’Automobile in den ehemaligen Werkshallen der Brüder Schlumpf in Mulhouse im Elsass. Durch die Intervention von Francois Mitterand konnte nicht nur die komplette Bugatti-Sammlung der Brüder nach der Schlumpf-Pleite gerettet werden, sondern mit 25.000 Quadartmetern auch das größte Automobilmuseum der Welt entstehen. Ein Besuch lohnt sich - definitiv.
Foto: Oldtimerreporter.Haehnel


Bugatti. Wer diesen Namen hört, der denkt zuerst an unglaublich erfolgreiche Sportwagen und Luxuslimousinen vom Feinsten. Wer diesen Namen hört, der hat sie vor seinem geistigen Auge, die fahrenden Legenden vom Schlage eines Typ 35. Wer diesen Namen hört, der bekommt glänzende Augen und Herzklopfen. Kaum eine Automarke erzeugt derartige Emotionen.
Aber die Geschichte Bugattis verlief nicht immer geradlinig, Irrungen und Wirrungen begleiteten die Erfolgsgeschichte. In diesem Jahr kann die Marke mit der „Hufeisenschnauze“ gleich mehrere Jubiläen feiern. Zwei sind besonders hervorzuheben.